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Terekwasserläufer Xenus cinereus Terek Sandpiper

Der Terekwasserläufer gehört nach wie vor zu den Ausnahmeerscheinungen in Deutschland und wurde nicht zuletzt deshalb für das neue Logo des Club300 ausgewählt. Aus diesem Anlass wollen wir das Auftreten dieser Art in Deutschland vorstellen, eine Darstellung des Auftretens anderer Seltenheiten ist für die Zukunft auf der Webseite des Club300 geplant.

Die Berichte der DSK umfassen nur die Jahre 1976-1998, so dass wir das Auftreten jeweils getrennt nach anerkannten und nicht gemeldeten bzw. noch nicht entschiedenen Beobachtungen darstellen. Insgesamt sind uns (Stand: 20.6.2004) 126 Beobachtungen von insgesamt 137 Individuen bekannt geworden, von denen 37 Beobachtungen mit 39 Ind. von der DSK anerkannt wurden. Während die meisten der nicht gemeldeten oder noch nicht entschiedenen Beobachtungen glaubhaft erscheinen, gibt es jedoch auch einige weniger glaubhafte Beobachtungen (z.B. 4 Ind. am 21.9.1985 in Sachsen-Anhalt, 2 Ind. am 19.4.1980 in Bayern). Während bis 1960 nur vier Beobachtungen existieren (die alle nicht genau datiert sind und deshalb bei der Phänologie nicht berücksichtigt wurden), wurden Terekwasserläufer seitdem nahezu alljährlich festgestellt (vgl. Abb. 1). Jahre mit besonders starkem Auftreten waren 1972 (11 Ind.), 1985 (8 Ind.) und 1998 (10 Ind.).



Abb. 1: Auftreten des Terekwasserläufers in Deutschland nach Jahren

Fig 1: Occurences of Terek Sandpipers in Germany by year



        

Abb. 2 & 3: Geografische Verteilung der Terekwasserläufer (Individuenzahl) in Deutschland.
Links: Alle Beobachtungen, rechts: Nur Beobachtungen, die von der DSK anerkannt wurden (1976-1998).

Fig. 2 & 3: Distribution of records (number of individuals) of Terek Sandpiper in Germany.
Left: All sightings, right: Only records accepted by the German Rarities Committee (1976-1998).


Schwerpunkte der Beobachtungen liegen vor allem an der Westküste Schleswig-Holsteins, an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, im südöstlichen Niedersachsen und in Bayern, wobei jedoch aus letzterem Gebiet nur wenige Beobachtungen bisher von der DSK anerkannt wurden. (vgl. Abb. 2-3). In einigen Gebieten wurden regelmäßig und oft in aufeinander folgenden Jahren Terekwasserläufer beobachtet, so dass z.T. von einer Rastplatztreue auszugehen ist. Im Einzelnen sind dies Hiddensee/Mecklenburg-Vorpommern (10 Beobachtungen, 1986-2001), Langenwerder/Mecklenburg-Vorpommern (5 Beobachtungen, 1980-1998), Salzgitter-Heerte/Niedersachsen (5 Beobachtungen, 1967-1986), Dithmarscher Speicherkoog/Schleswig-Holstein (8 Beobachtungen, 1992-2004) und natürlich der Eidermündungsbereich/Schleswig-Holstein, 17 Ind., 1991-2004, max. 4 Vögel am 17.5.1998).

Der Heimzug beginnt frühestens in der ersten Maidekade (alle April-Beobachtungen erscheinen uns wenig glaubhaft), meist jedoch erst ab dem 10.5. mit einem deutlichen Gipfel Mitte Mai. Anfang Juni scheint der Heimzug weitgehend abgeschlossen zu sein. Spätestens ab Ende Juni erscheinen bereits die ersten Wegzügler, der Peak des Altvogelzuges wird bereits in der ersten Julihälfte erreicht, klingt jedoch bis Anfang August aus. Der letzte Altvogel wurde jedoch noch am 31.8. (1990) beobachtet. Jungvögel gehören in Deutschland zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen: Sieben als solche bestimmte Ind. stammen aus dem Zeitraum 14.8. (1972, Mecklenburg-Vorpommern, mit finnischem Ring) bis 21.9. (1969, Schleswig-Holstein). Die spätesten Beobachtungen stammen aus den letzten Septembertagen.



Abb. 4: Pentadensummen der in Deutschland beobachteten Terekwasserläufer

Fig. 4: Number of Terek Sandpipers in Germany per 5-day-period.