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Ranking

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Regeln Ranking  


Anmerkungen zur Deutschland-Liste

Das Ranking erfreut sich seit seiner Einführung hoher Beliebtheit. Grundvoraussetzung ist es, dass die Spielregeln für alle Teilnehmer gleich sind und von diesen auch berücksichtigt werden. Dabei spielen folgende Punkte eine Rolle:

  1. Systematik
  2. Gefangenschaftsflüchtling oder Wildvogel? (Kategorie A-D-E)
  3. Wann gilt eine Art als eingebürgert? (Kategorie C)
  4. Können in Nachbarländern eingebürgerte Arten gezählt werden?

1. Systematik

Aufgrund der Vereinheitlichung von WP- und Deutschland-Liste folgen wir nach wie vor der Clements-Liste (James F. Clements, Birds of the World: A Checklist, 6th Edition). Diese Liste der Vögel der Welt, wird jährlich durch Updates aktualisiert und ist zur Standardliste für viele Weltlister und Birdclubs im Ausland geworden (z. B. ABA, eine der größten Birdervereinigungen weltweit).

Die Grundlage für unser Ranking bildet eine Datenbank, die auf dieser Weltliste basiert, unsere WP- und D-Liste sind wiederum nur Auszüge hiervon. Die taxonomischen Entscheidungen im Clements haben daher Priorität, d. h. die Splits der D-Liste müssen sich der Weltliste unterordnen und nicht umgekehrt. Wir nehmen daher weiterhin die Clements-Liste als Grundlage für die taxonomischen Entscheidungen auf Artniveau.

Es sei jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass so mancher Split für den Lister auch seine Schattenseiten hat. Eine mögliche Trennung des Gelbschnabel-Sturmtauchers beispielsweise dürfte für fast alle Ranking-Teilnehmer der D-Liste dazu führen, dass ihnen eine Art abgezogen wird, da kaum ein Vogel auf Unterartniveau bestimmt wurde.


2. Gefangenschaftsflüchtling oder Wildvogel? (Kategorie A-D-E)

Auch Arten der Kategorie A können gelegentlich aus Gefangenschaft entweichen. Das Club300-Team kann und will jedoch nicht kontrollieren, ob das Kreuzchen auf einem Wildvogel beruht oder nicht. Wir vertrauen hier weiterhin auf die Selbstdisziplin und Diskussionsbereitschaft aller Teilnehmer bei kontroversen Beobachtungen. Definitive Gefangenschaftsflüchtlinge (wie z. B. ein Gerfalke mit Geschüh) sollten natürlich von niemandem angekreuzt werden.

Bei der Kategorisierung folgen wir überwiegend der Einstufung in der deutschen Artenliste von Barthel & Helbig (2005). Dabei sind alle Arten der Kategorien A, C und D ankreuzbar. Einige Arten, die bei Barthel & Helbig (2005) in Kategorie D aufgeführt sind, gehören unseres Erachtens zweifellos in Kategorie A (z. B. Kleine Bergente, Steppenadler). Da im Ranking Kategorie D ankreuzbar ist, haben wir in diesen Fällen jedoch keine Änderungen gegenüber der deutschen Artenliste vorgenommen. In wenigen Fällen gibt es dagegen deutliche Abweichungen zu der Einschätzung unserer Nachbarländer, die die Kategorien A/D gegenüber E betreffen. In diesen Fällen haben wir ausführliche Recherchen vorgenommen und sind daraufhin zu anderen Ergebnissen gekommen als Barthel & Helbig (2005). Diese Abweichungen werden im Folgenden begründet.

Schneegans, Zwergschneegans, Zwergkanadagans

In der Arktis brütende Gänse unternehmen lange Wanderungen, so auch diese drei Arten. Von der Schneegans gibt es eine Farbringablesung eines in Kanada beringten Vogels, die das Vorkommen von Wildvögeln zumindest in Westeuropa belegt.
Für das Erscheinen nearktischer Gänse in Europa gibt es neuerdings andere Hypothesen als nur das Verirren nach Osten: Sie gelangen vermutlich auch durch ein Verfliegen innerhalb der Arktis in die Brut- und Zwischenrastgebiete der in der Westpaläarktis überwinternden Gänse. Mit diesen ziehen sie vermutlich in die Überwinterungsgebiete, weshalb diese Arten auch "Carrier-species" genannt werden. Ein klassisches Beispiel hierfür (allerdings nicht nearktischer Herkunft) ist die Rothalsgans, die regelmäßig mit Ringel-, Nonnen- und Blässgänsen nach Mitteleuropa gelangt. Eindeutig entflogene Vögel (z. B. mit Züchterringen) erscheinen dagegen oft außerhalb des Winterhalbjahres und/oder rasten zwischen nicht arktischen Gänsen (z. B. Graugänsen) - Ausnahmen gibt es hierbei aber natürlich auch. Was heißt dieses nun für die drei Arten, die ebenfalls bereits mehrfach oder sogar vielfach als eindeutige Gefangenschaftsflüchtlinge nachgewiesen wurden?

Zwergschneegänse werden bisher nur in den Niederlanden in Kategorie A geführt, wodurch diese Art auch auf der WP-Liste des Club300 gelandet ist. In Großbritannien wird die Art derzeit in Kategorie D geführt.
Die in den Niederlanden als Wildvögel geführten Zwergschneegänse sind zumeist mit Kurzschnabel- und Nonnengänsen vergesellschaftet, weisen eine hohe Rückkehrrate auf (s. van den Berg 2004, Dutch Birding 26: 107-111) und überfliegen daher vermutlich auch regelmäßig Deutschland. Es ist sogar zu erwarten, dass diese Vögel regelmäßig im deutschen Wattenmeer rasten, wo die größten Zwischenrastplätze der Nonnengans liegen. In der Tat stammen die meisten Nachweise der Zwergschneegans aus Nonnenganstrupps im Wattenmeer. Dementsprechend erscheint es uns gerechtfertigt, die Art in Kategorie D der deutschen Artenliste aufzunehmen. Es sollte für alle Teilnehmer des Rankings selbstverständlich sein, dass nur Vögel gezählt werden, die in vielversprechender Begleitung und zur richtigen Jahreszeit erscheinen!

Die inzwischen von der Kanadagans abgetrennte Zwergkanadagans wird in Europa im Winterhalbjahr ebenfalls überwiegend zwischen arktischen Gänsen beobachtet, insbesondere Nonnengans und Kurzschnabelgans. Bei der Zwergkanadagans stellt sich jedoch im Gegensatz zur Zwergschneegans ein weiteres Problem: Es gibt vier Unterarten, von denen nur B. h. hutchinsii ein Zugverhalten zeigt, welches ein Erscheinen von Wildvögeln in Europa wahrscheinlich macht. Die verschiedenen Unterarten sind zudem nur schwer zu unterscheiden und es gibt viele Vögel, die nicht eindeutig einer Unterart zuzuordnen sind.
Aus diesen Gründen wird die Zwergkanadagans in den Niederlanden in Kategorie A geführt. Ebenso rechtfertigt das Vorkommen in Deutschland, wie bei der Zwergschneegans, eine Einordnung in Kategorie D. Auch hier gilt jedoch: Nur Vögel in vielversprechender Begleitung im Winterhalbjahr sind zählbar, zusätzlich sollten sie eindeutig der Unterart hutchinsii zuzuordnen sein! Entflohene Vögel anderer Unterarten (z. B. minima) sind dementsprechend nicht zählbar.
» Bestimmungshinweise zur Zwergkanadagans

Schneegänse erscheinen - wie der bereits oben erwähnte Ringfund belegt - eindeutig als Wildvögel in Europa. Die viel zitierte Aussage einer schwedischen Brutpopulation entbehrt jedoch jeglicher Grundlage. Seit mehreren Jahren existiert allerdings eine Brutpopulation in Nordrhein-Westfalen, die beginnt, ein Zugverhalten zu entwickeln, wie Fernfunde aus Italien und Helgoland belegen. Die Population besteht jedoch noch nicht lange genug, um die Schneegans in Kategorie C einzustufen.
Ein großer Teil der Beobachtungen in Deutschland ist mit Sicherheit auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückzuführen. Selbst ein "Einflug" im Winter 1995/96 ließ sich auf einen Massenausbruch zurückführen. Trotzdem erscheinen im Winterhalbjahr einige vielversprechende Individuen mit arktischen Gänsearten, die ebenfalls eine Einordnung in Kategorie D rechtfertigen. Selbstverständlich sollten nur Vögel gezählt werden, die in vielversprechender Begleitung und zur richtigen Jahreszeit erscheinen!

Sichelente

Viele Sichelenten werden in Europa zusammen mit Pfeifenten gesehen, mit denen sie auch in ihrem Herkunftsgebiet gerne vergesellschaftet sind. Das Brutgebiet der hier überwinternden Pfeifenten überschneidet sich mit dem der Sichelente und ein Auftreten von Wildvögeln erscheint uns daher wahrscheinlich. Ähnlich wird dies auch in anderen Ländern eingeschätzt, wo die Sichelente entweder in Kategorie A (Niederlande) oder D (Großbritannien) geführt wird.

Blaumerle

Aus Deutschland gibt es bisher zwei Nachweise (23.-26.8.1962 bei Hildesheim/Niedersachsen; 8.6.1962 Helgoland). In der deutschen Artenliste ist die Blaumerle in Kategorie E eingestuft worden. Der Hildesheimer Vogel war ein adultes Männchen zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit und man mag darüber streiten, ob Kategorie D oder E hier die richtige ist. Der Helgoländer Vogel war ein Weibchen im zweiten Kalenderjahr, ist eindeutig belegt (Balg) und erschien zur besten Jahreszeit für südeuropäische Irrgäste in Mitteleuropa. Wir haben deshalb keinen Zweifel, dass dieser Nachweis in Kategorie A gehört. Warum die Blaumerle von Barthel & Helbig (2005) nicht in die deutsche Artenliste aufgenommen wurde, ist uns nicht bekannt.

Fahldrossel

Wie Barthel & Helbig (2005) auf die Idee gekommen sind, diese Art in Kategorie D zu schieben (1 Nachweis, Juli 1986 Helgoland) ist schleierhaft. Da die Art in keinem anderen Land für die WP-Liste geführt wird, haben auch wir sie ganz gestrichen.

Wacholderlaubsänger

Diese Unterart des Grünlaubsängers hat bei Barthel & Helbig (2005) Artstatus erhalten und wurde in Kategorie B eingestuft. Zwei neuere Nachweise (8.6.1997, 1.6.1998; beide Helgoland) - obwohl durch Fotos belegt - wurden bisher nicht von der Deutschen Seltenheitenkommission entschieden. Wir sind der Meinung, dass es sich bei beiden Vögeln um Wacholderlaubsänger handelt und haben diesen daher in Kategorie A eingestuft.

Wüstengimpel

Diese Art wurde bisher in Kategorie D geführt. Der Nachweis im Herbst 2005 (Einflugjahr!) auf Borkum dürfte sicherlich den Sprung in Kategorie A schaffen, so dass wir diesem schon jetzt vorgreifen wollen. Mit diesem Nachweis, insbesondere im Zusammenhang mit dem Einflug 2005 nach Europa, erscheint auch der Nachweis von Sylt (Juli 1987) in einem anderen Licht.

Fuchsammer

Beide Nachweise (13.5.1949 Mellum/Niedersachsen; 24.4.1977 Scharhörn/Hamburg) fallen in die Hauptzugzeit dieser Art. Einige Sparrow-Arten erscheinen auch in Großbritannien vor allem im Frühjahr, so dass die beiden deutschen Nachweise in das bisherige Nachweismuster passen und daher nicht überraschen. Bisher gibt es aus der Westpaläarktis allerdings nur einen weiteren Nachweis (5.11.1944, Island). Beide Nachweise liegen jedoch auch an einer Hauptschifffahrtslinie, so dass das Auftreten im Zusammenhang mit transatlantischem Schiffsverkehr nicht ausgeschlossen ist. Es gibt jedoch auch keine konkreten Hinweise darauf. Weiterhin ist es so, dass Schiffe heutzutage als Teil der modernen Umwelt angesehen werden müssen. Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, die Fuchsammer in Kategorie A aufzunehmen.


3. Wann gilt eine Art als eingebürgert? (Kategorie C)

Bei der DO-G wird eine Art als eingebürgert angesehen, wenn sie mindestens seit 25 Jahren und 3 Generationen in Deutschland brütet, sowie eine stabile und selbsterhaltende Population aufgebaut hat. Wir haben uns entschlossen, diese Regelung zu übernehmen. Somit musste der Chileflamingo vorerst von der deutschen Artenliste verschwinden, da er noch keine 25 Jahre in Deutschland brütet. Gleiches gilt für die Gelbkopfamazone und den Alexandersittich. Der Habichtskauz hat nach neueren Informationen noch keine sich selbst erhaltende Population aufgebaut (Kategorie C3), so dass er ebenfalls leider gestrichen werden musste. Die Wiedereinbürgerung des Bartgeiers hat bisher noch nicht zu einer die Kriterien erfüllenden Population geführt, so dass Nachweise in Deutschland nicht gezählt werden können. Der Nachweis im Mai 2001 auf Rügen soll anhand des Gefieders auf einen Vogel der Pyrenäen-Population zurückzuführen sein. Wir konnten bisher jedoch keine eindeutigen Kriterien finden, die dieses bestätigen. Alle diese Arten kommen demnach in die Kategorie E1.


4. Können in Nachbarländern eingebürgerte Arten (Kategorie C5) gezählt werden?

Sofern die Nachweise nahe legen, dass sie wirklich diesen Populationen entstammen, zählen wir diese Arten entweder als "Irrgäste" oder als Durchzügler/Wintergäste dieser Populationen. Eine klare Abgrenzung ist aber oft nicht möglich. Im Falle der Schwarzkopf-Ruderente sprechen die Nachweise eher für eine britische Herkunft, während es bisher keinen Hinweis darauf gibt, dass Heilige Ibisse der eingebürgerten französischen oder italienischen Population entstammen. Unklar ist die Situation auch bei Schwarzschwan und Streifengans, die in den Niederlanden in der Kategorie C1 geführt werden.



Anmerkungen zur WP-Liste

Bei der Erstellung der WP-Liste sind wir ebenfalls der Taxonomie der bereits oben erwähnten Welt-Liste von James F. Clements gefolgt.